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„6 Millionen Bäume sprechen für sich“ – Im Gespräch mit Miller Forest

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Josef Miller kennt Lateinamerika wie kaum ein anderer. Unzählige Reisen hat der gelernte Forstwirt bis heute dorthin unternommen und seine Begeisterung für den Kontinent kurzerhand zum Beruf gemacht.

1984 gründete er die Miller Reisen GmbH, die sich bis heute mit über 30 Mitarbeitern zum deutschen Marktführer für Individualreisen nach Südamerika entwickelt hat. Da Miller der Klimaschutz beim Reisen immer ein besonderes Anliegen war, engagiert er sich mit der Miller Forest Investment AG seit 2006 für die Aufforstung zerstörter Regenwaldflächen in Paraguay. Mit Unterstützung der Econeers-Crowd will er 25 Hektar neuen Energiewald anpflanzen. Am 12. August startet das Crowdfunding für „Miller Waldenergie“ bei Econeers.

Econeers: Lieber Herr Miller, seit über 30 Jahren bieten Sie als Reiseunternehmer individuelle Reisen nach Lateinamerika  an. Woher kommt Ihre Leidenschaft für den Kontinent?

Miller: In meiner Jugend habe ich vom Auswandern nach Brasilien geträumt. Daraus wurde aber leider nichts, da ich hier in Oberschwaben Land- und Forstwirtschaft hatte. Stattdessen habe ich damit begonnen, für mich und meine Fachkollegen Reisen nach Lateinamerika zu organisieren. Sie müssen wissen: Lateinamerika ist hervorragend für die unterschiedlichsten Arten von Landwirtschaft geeignet. Vom ersten Augenblick an haben mich die Herzlichkeit und Gastfreundschaft dieses Kontinents fasziniert. Ich habe mich dort einfach wohl gefühlt und wollte immer wieder kommen und mehr entdecken. Dieses Gefühl hält in seiner Intensität bis heute an.

Econeers: Wie kamen Sie dazu, als zweites Standbein neben Reisen auch ökologische Investments in Waldaufforstungsprojekte in Südamerika anzubieten?

Miller: Durch meine vielen landwirtschaftlichen Reisen habe ich im Laufe der Jahre zahlreiche Kontakte in ganz Lateinamerika aufgebaut. In Kombination mit der Bewirtschaftung hier in Deutschland kam mir damals schon oft der Gedanke, auch in Lateinamerika tätig zu werden. Den entscheidenden Anstoß gab dann die Idee, den Reisebetrieb, der ab 1986 in meiner Firma, der Miller Reisen GmbH, abgewickelt wurde, klimaneutral zu gestalten – der Umwelt zuliebe. Denn besonders in Paraguay konnte ich den katastrophalen Raubbau an den Naturwäldern mit eigenen Augen beobachten. 2006 wurde die Miller Reisen GmbH also der erste Investor des Aufforstungsprojektes, das bis heute mehr als sechs Millionen Bäume umfasst und drei Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 bindet.

Josef Miller und Carsten Felber

Miller Forest Gründer Josef Miller und sein Partner Carsten Felber

Econeers: Warum haben Sie sich gerade für Paraguay als Standort entschieden?

Miller: 1997 lernte ich Carsten Felber kennen, der damals unsere Reisegruppen in Paraguay betreute. Er war schon als Jugendlicher von Deutschland nach Paraguay ausgewandert und ist bis heute mein Freund und zuverlässiger Partner vor Ort. Sein Forstbetrieb Felber Forestal S.A. hat das Aufforstungsprojekt von Anfang an betreut. Gemeinsam war uns klar, dass Paraguay durch sein optimales Klima, die günstigen Landpreise und den eklatanten Mangel an Waldflächen und Holz den perfekten Standort für unser Vorhaben bietet.

Econeers: Was konnten Sie bisher durch Ihre Aufforstungsprojekte erreichen?

Miller: Ich denke, 6.500 Hektar neugepflanzte Waldfläche mit über sechs Millionen Bäumen sprechen für sich – insbesondere, da in Paraguay von staatlicher Seite nichts Vergleichbares geleistet wird. Ich bin besonders stolz darauf, dass wir außerdem einer der größten Arbeitgeber der Region im Südosten Paraguays sind. Was die CO2 Kompensation angeht, unterscheidet sich unser Projekt von den meisten anderen auf dem europäischen Markt. Es ist kein Spendenprojekt, sondern durch die attraktiven Renditen für die Investoren auch wirtschaftlich interessant.

Econeers: Wie läuft so ein Projekt in der Regel ab?

Unsere Projekte sind Direktinvestitionen – ohne Umwege und komplizierte Transaktionen. Wir suchen und erwerben Landflächen im sinnvoll zu bewirtschaftenden Radius zu unseren bestehenden Flächen, erstellen eine Infrastruktur, wählen passende Pflanzen aus, bewirtschaften diese bis zur Ernte und übernehmen auch den Vertrieb der daraus gewonnenen Rohstoffe. Es ist nicht leicht, vor Ort qualifizierte Arbeiter zu finden. Wir bilden die Einheimischen daher mit deutschem Fachpersonal selbst aus.

Econeers: Seit 2006 haben Sie auf anderen Wegen bereits rund 500 Investoren für Ihre Projekte gewinnen können. Warum haben Sie sich jetzt für ein Crowdfunding entschieden?

Miller: Wir setzten auf persönliche Kontakte zu Anlegern auf Fachmessen und pflegen ein Netzwerk spezialisierter Makler. Darüber hinaus sind wir aber immer offen für neue Wege. Zum ersten Mal ein Crowdfunding-Projekt aufzulegen, war eine echte Herausforderung für uns. Letztendlich entspricht das Ergebnis „Miller Waldenergie“ aber absolut unserer Idee des Waldinvestments: eine nachhaltige Kapitalanlage, ökonomisch und ökologisch sinnvoll, zugänglich für Privatpersonen mit sehr kleinen Investmentsummen ab 250 Euro. Ich würde mich natürlich freuen, viele Investoren dafür zu begeistern und auf diesem Wege vielleicht bald einen weiteren Wald pflanzen zu können.

Econeers: Zum Schluss haben Sie noch die Möglichkeit, ein persönliches Wort an die Econeers-Crowd zu richten: Mit welchen drei Argumenten wollen Sie die Investoren von Ihrem Projekt überzeugen?

Unser Projekt ist ökologisch: Mit Aufforstungen engagiert man sich gegen den fortschreitenden Klimawandel, gleicht CO2-Emissionen aus und schafft neuen Lebensraum für zahlreiche Tierarten.

Unser Projekt ist sozial: In unserem Forstbetrieb bieten wir ortsansässigen Menschen im ohnehin strukturschwachen Paraguay Aus- und Fortbildung und sichere Arbeit.

Und unser Projekt ist nicht zuletzt auch ökonomisch: Waldinvestments sind eine sympathische Sachwertanlage – zwar mit längeren Laufzeiten, dafür aber mit interessanten Renditen.

Herzlichen Dank für Ihre ausführlichen und spannenden Antworten, Herr Miller. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihr Crowdfunding und alle zukünftigen Projekte.

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