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„Attraktive Rendite, Sicherheit und ein ökologisches sinnvolles Investment“ – Im Gespräch mit Tiefschwarz

Ingenieurskunst, neue Technologien und nachhaltige Ideen, die die Welt ein bisschen umweltfreundlicher machen – all das steckt hinter den Projekten und Projekt-Teams bei Econeers. Wer die Menschen hinter diesen Anlagen sind, stellen wir Ihnen in unserer Beitragsreihe „Im Gespräch mit“ vor. Den Anfang macht Andreas Kleinselbeck. Er ist einer der Köpfe hinter Tiefschwarz. Mit seinem Kollegen Bernhard Alberding hat er einen Kohle-Reaktor entwickelt, mit dem aus biologischen Reststoffen Gas und hochwertige Biokohle produziert wird. Das Team aus Garrel in Niedersachsen gewinnt Energie z. B. aus Laub oder Stallstreu, das in der Landwirtschaft rund um den Ort anfällt. Wir haben einen der Projektinitiatoren interviewt und ihm ein paar Fragen zu Ihrer Vergangenheit und natürlich zum Schritt des Crowdfundings gestellt.

Econeers: Herr Kleinselbeck was war der Anstoß zum Tiefschwarz-Reaktor? Wie ist die Idee zum Reaktor entstanden?

Andreas Kleinselbeck: Da wir schon einen ganze Weile im Bereich der erneuerbaren Energien aktiv sind und zunächst mit flüssigen Brennstoffen gearbeitet haben, kam nach dem deutlichen Preisanstieg dieser Energieträger in den letzten Jahren die Idee auf, abfallartige Biomasse und deren energetisches Potential als Ersatzstoff zu nutzen. Gepaart mit den Erfahrungen, die im Bereich der Holzvergasung gesammelt werden konnten, ist das „Tiefschwarz-Konzept“ entstanden. Zuerst waren also rein wirtschaftliche Überlegungen ausschlaggebend, um dieses Thema voranzutreiben – bestärkt und zusätzlich motiviert wurden unsere Bemühungen dann auch noch von der aufkommenden „Teller oder Tank“-Diskussion. So ist ein System entwickelt worden, das ohne den Einsatz von wertvollen Bioressourcen wie Lebensmittel auskommt und keinerlei zusätzliche Abfälle produziert.

Econeers: Hat Garrel, der Heimatort von Tiefschwarz, im ländlichen Niedersachsen bei Bremen damit etwas zu tun?

Andreas Kleinselbeck: In Garrel waren die Voraussetzungen für unser Projekt einfach ideal. Herr Alberding, der Erfinder der Anlage, konnte hier auf Basis seines bereits 2006 installierten Systems den Tiefschwarz-Reaktor entwickeln und laufend optimieren. Für die Tiefschwarz GmbH steht er uns dort täglich als Experte und als erfahrener Betreiber einer solchen Anlage bereit, der zudem auch noch ständig Personal direkt am Standort beschäftigt und so den operativen Betrieb der Anlage bestmöglich gewährleisten kann. Außerdem ist Biomasse in der Region reichlich vorhanden. Damit kann die Versorgung der Anlage langfristig gesichert werden.

Econeers: Wie kam es zu dem Namen „Tiefschwarz“?

Andreas Kleinselbeck: Der Name liegt natürlich auf der Hand, da er die produzierte Biokohle recht treffend beschreibt – allerdings spielt auch noch eine zweite Überlegung eine Rolle – da sich das Konzept auch wirtschaftlich gesehen so hervorragend rechnet, wollen wir natürlich auch „tiefschwarze Zahlen“ schreiben.

Tiefschwarz bei Econeers

Econeers: Angenommen ein alter Schulfreund ruft Sie heute an und fragt, warum er in Tiefschwarz investieren sollte, was wären Ihre drei zentralen Argumente?

Andreas Kleinselbeck: 1. Attraktive Rendite – im Gegensatz zum aktuellen Zinssatz bei Banken bekommt man bei Tiefschwarz eine sehr attraktive Rendite von 5 % fix und durch die Gewinnbeteiligung insgesamt ca. 7-8% pro Jahr.
2. Sicherheit – allein aus dem Stromverkauf, der über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgesichert ist  und dem heute schon langfristig gesichertem Wärmeverkauf ergibt sich ein rentables Geschäftsmodell für die Firma.
3. Ökologisches sinnvolles Investment – Das Konzept ist ökologisch überzeugend und nachhaltig, da nur abfallartige Reststoffe verwendet und keine weiteren Abfälle produziert werden.

Econeers: Erneuerbare Energien und Crowdfunding – das passt für Sie zusammen wie…?

Andreas Kleinselbeck: … die Voraussetzungen für eine perfekte „Win-Win“ Situation (lacht: Ich höre mich schon an wie ein Unternehmensberater…) aber in diesem Fall trifft dieses überstrapazierte Schlagwort schon zu, da zum einen neue und innovative Konzepte einem breitem Publikum vorgestellt und realisiert werden können und zum anderen den Investoren eine attraktive Investmentmöglichkeit in ein Geschäftsmodell geboten wird, das auf einem soliden Fundament steht. Bei Investitionen in „Erneuerbare-Energien-Projekte“ ist i.d.R. die Abnahmeseite und damit die Erlöse durch das EEG geregelt und gesetzlich gesichert. Im Gegensatz zu reinen Startup-Finanzierungen, steht bei dieser Art des Crowdfunding von unserer Seite also der Sicherheitsaspekt im Vordergrund und nicht „Traumrenditen“ von 20 % bis 100 % mit entsprechendem Risiko. Ich habe das Gefühl, dass die Energiewende in Deutschland breite Zustimmung erfährt und viele Mitbürger einen Beitrag dazu leisten wollen. Mit dem Crowdfunding für erneuerbare Energien wird die Möglichkeit geschaffen, auch mit kleinen Beträgen die Energiewende zu unterstützen und zusätzlich auch noch wirtschaftlich davon zu profitieren.

Econeers: Warum haben Sie sich für Crowdfunding als Finanzierungsform entschieden?

Andreas Kleinselbeck: Vor allem, damit unsere Anlagentechnologie einem breitem Publikum vorgestellt wird. Unsere Idee soll bekannt gemacht werden und möglichst viele Leute inspirieren.
Außerdem kommt noch eine emotionale Komponente ins Spiel – ich finde es schöner, die Zinsen direkt den Leuten zukommen zu lassen, die unsere Idee verstehen und unterstützen und nicht irgendwelchen Banken.

Econeers: Wofür wollen Sie das eingesammelte Kapital verwenden?

Andreas Kleinselbeck: Das eingesammelte Kapital wird zum Kauf der Anlage durch die Tiefschwarz GmbH und der Aufnahme des kommerziellen Regelbetriebes verwendet. Kurzum – das Geld wird in einen Sachwert investiert, der es ermöglicht, dauerhaft Gewinne über die nächsten Jahre zu erwirtschaften.

Tiefschwarz bei Econeers

 

Econeers: Was erhoffen Sie sich neben dem eingesammelten Kapital von dem Crowdfunding bei Econeers?

Andreas Kleinselbeck: Ich würde mir wünschen, dass unsere Anlagentechnologie auch andere Leute animiert ein ähnliches Projekt umzusetzen – wir stehen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Econeers: Was meinen Sie, welchen Beitrag leisten Erfindungen wie der Tiefschwarz-Reaktor zur Energiewende?

Andreas Kleinselbeck: Nun ja – rein leistungstechnisch betrachtet sind 200 KW elektrisch und 300 KW thermisch natürlich weit entfernt von den Leistungsdaten herkömmlicher Kraftwerke. Der Vorteil unseres Systems ist aber, dass es beispielsweise im Vergleich zu Biogasanlagen mit gleichem Output relativ wenig Platz benötigt und dezentral einfach zu installieren ist. Den größten Beitrag zur Energiewende leistet aber das Konzept an sich, da das energetische Potential von abfallartiger Biomasse genutzt und vollständig verwertet wird und so keinerlei neue Abfälle entstehen. Sofern unsere Idee als Referenzprojekt Schule machen kann, wird durch die Summe vieler kleiner dezentraler Anlagen ein nennenswerter Anteil zur Energiewende beigetragen und Energie direkt dort produziert, wo sie benötigt wird.

Econeers: Und zum Schluss noch etwas Persönliches: Verraten Sie uns, wie sie selbst jeden Tag ein Stück zur Energiewende beitragen?

Andreas Kleinselbeck: Ich selbst betreibe in meinem Heimatort eine Holzvergasungsanlage, der produzierte Strom wird genau wie bei Tiefschwarz in das öffentliche Netz eingespeist – die Wärme versorgt mehrere Haushalte in der direkten Umgebung über ein kleines lokales Wärmenetz. Zudem habe ich privat eine Solaranlage installiert und beschäftige mich laufend mit Innovationen im Erneuerbare-Energien-Sektor.

Econeers: Vielen Dank für die offenen Antworten, Herr Kleinselbeck. Wir wünschen Ihnen alles Gute für das Funding bei Econeers und natürlich darüberhinaus auch weiterhin viel Erfolg mit Tiefschwarz!

 

 

5 KommentareEigenen Kommentar schreiben

  1. RSA sagt

    Sehr geehrte Emittenten von Tiefschwarz,

    zunächst möchte ich anmerken, dass Ihre Geschäftsidee interessant erscheint.

    Bezug nehmend auf Ihre veröffentlichen Zahlen möchte ich folgendes anmerken mit der Bitte um Rückinformation, damit ich meine Investitionsentscheidung treffen kann:

    Ihre Gewinn- und Verlust Rechnung entspricht nicht den Vorgaben des § 275 HGB. Diese Vorschrift ist jedoch für Kapitalgesellschaften verpflichtend.

    In Ihrer GuV werden keine Personalkosten ausgewiesen. warum? Bei dem doch sehr geringen Jahresüberschuss würden Personalkosten das Ergebnis nahe Null oder ins Negative treiben. Würde man keine Personalkosten ansetzen, wäre das betriebswirtschaftlich „schön“ gerechnet. Zumindest wären kalkulatorische Personalkosten anzusetzen, um eine Vergleichbarkeit mit alternativen Investments zu ermöglichen. Gibt es Geschäftsführerverträge und welche Konditionen sind vereinbart.

    In Ihrer GuV ist nicht erkennbar und auch nicht nachvollziehbar, welcher Teil vom Finanzergebnis auf die Verzinsung des partiarischen Darlehens entfällt. Ebenso ist nicht nachvollziehbar, ob und in welcher Höhe die 20 % des EBT an die Investoren für als verwendet gelten.

    In der von Ihnen als Cash Fow Rechnung bezeichneten Übersicht weißen Sie Finanzmittelstände aus, bei denen keine Steuern berücksichtigt werden. Diese müssen aber mindernd abgezogen werden. Ferner ist der CF aus Geschäftstätigkeit nicht korrekt berechnet.

    Haben Sie neben dem Fremdkapital der Crowd auch Bankkredite eingeplant? Haben Sie eine Kontokorrentlinie? Ist geprüft, ob die partiarischen Verträge eine Subordinationsvereinbarung enthalten, die das Kapital zu Hybridkapital umqualifiziert?

    Eine ordentliche Planung sollte auch eine Bilanzplanung beinhalten, ebenso eine Darstellung der Istzahlen. Ihr Unternehmen existiert ja bereits.

    Besteht die Möglichkeit, dass Sie die EEG Nachweise zur Verfügung stellen? Ist die Abnahme der Wärme vertraglich gesichert? Wer ist der Abnehmer?

    Haben Sie Patente auf Ihren entwickelten Reaktor und wer ist Inhaber dieser Rechte. Haben Sie Lieferverträge bzgl. Ihrer INPUT Stoffströme und inwieweit sind die Preise für die Stoffströme als gesichert anzusehen?

    Vielen Dank für Ihre Antworten.

    • Andreas Kleinselbeck sagt

      Hallo RSA,

      Ich wüsste nicht, was bzgl. der Vorgaben des § 275 HGB bei der G+V fehlt.

      Zur Frage GuV / Personalkosten:
      Es gibt keine weiteren Personalkosten. Arbeitseinsätze und Betriebsführung sind per Serviceverträge/ Wartung/ Betriebsführung abgesichert. Diese sind kalkuliert. Ein Angestelltenverhältnis gibt es nicht.

      Das Finanzergebnis setzt sich zusammen aus der fixen und der variablen Verzinsung. Die Grundannahme in der Planungsrechnung sind 5,5% fixe Zinsen (Mischkalkulation wg. Early Bird Bonus) und die variable Verzinsung, die mit 20% auf die jährlichen Vorsteuergewinne berechnet wurden. Von daher wird das gesamte Finanzergebnis zur Verzinsung der partiarischen Darlehen verwendet, weitere Verbindlichkeiten existieren nicht.

      Zur Frage bzgl. Cash Flow Berechnung: Das ist nicht korrekt. Die Steuern werden zurückgestellt und Ende des Jahres und im Folgejahr im April bezahlt. Da die Steuern nicht sehr hoch sind, fällt das vielleicht nicht so sehr auf. Geplant sind sie und auch korrekt im Cash-Flow berücksichtigt. Auch der Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit ist korrekt berechnet gem. der Annahmen.

      Zur Frage bzgl. Bankkredite und FK: Es sind keine Bankkredite geplant, es besteht kein Kontokorrent. Nachrangigkeit hätte aber auf die Cash-Flow-Betrachtung keine Auswirkung und hat deshalb in dem Szenario keine weitere Betrachtung.

      Die Bilanz ist geplant und auch geprüft gem. der vorliegenden Unterlagen, ebenso sind Ist-Zahlen in die Betrachtung eingeflossen. Es war Wunsch, keine weiteren Unterlagen zu veröffentlichen. Gerne können wir die Bilanzplanung zur Verfügung stellen.

      Es existieren EEG-Abrechnungen mit der EWE, aus datenschutzrechtlichen Gründen haben wir diese aber nicht online gestellt. Die Wärmeabnahme ist in einem Wärmelieferungsvertrag geregelt, der eine Laufzeit von 10 Jahren hat. Vertragspartner ist Herr Alberding, der bereits ein bestehendes Wärmenetz besitzt, aus dem mehrere gewerbliche Kunden versorgt werden sollen.

      Es gibt keine Patente. Wir haben einen Inputliefervertrag mit 2 Jahren Laufzeit. Da wir alle holzartigen Reststoffe verarbeiten können und keine Konkurrenz aus der Biogas-Branche haben, ist ein Preisanstieg nicht zu erwarten.

      Viele von Ihnen gestellte Fragen wurden bereits unter „Fragen und Antworten“ beantwortet, bitte schauen Sie auch in den Beiträgen nach.

      Zu Nachtrag 1.
      Die Plattform erhält 6% der Fundingsumme, diesen Betrag finden Sie in der G+V unter „sonstige Aufwendungen“. Ebenfalls darin enthalten sind die rechtliche und wirtschaftliche Due Dilligence, sowie die Kosten für Gutachten und technische Berichte.

      Zu Nachtrag 2.
      Die Rechtsabteilung der Plattform.

      Zu Nachtrag 3.
      Es gibt in Niedersachsen keine Fördermittel für solche Projekte.

      Zu Nachtrag 4.
      Vermieter ist Herr Alberding, es gibt einen Mietvertrag über 10 Jahre mit bereits beschriebenen Konditionen (siehe „Fragen und Antworten“).

      Zu Nachtrag 5.
      Die Steuerbesch. werden vom Steuerberater der TIEFSCHWARZ GmbH erstellt. Für Anlagen dieser Bauart unter 1 MW Feuerungswärmeleistung bedarf es keiner Betriebserlaubnis.

      Viele Grüße

      Andreas Kleinselbeck

  2. RSA sagt

    Sehr geehrte Emittenten von Tiefschwarz,

    folgende Nachträge zu meiner vorherigen Mail:

    1) Welche Kosten hat für Sie die Plattform verursacht und welche Leistungen wurden erbracht? In welcher Position sind diese Kosten in Ihrer GUV enthalten?
    2) Wer hat die Darlehensverträge erstellt ?
    3) Wieso haben Sie keine im Vergleich zum Crowdkapital günstigeren Fördermittel beantragt? Das Crowdkapital führt zu einer Effektivverzinsung von über 10 %.
    4) Wer ist Vermieter der Halle? Gibt es einen Mietvertrag? Konditionen?
    5) Wie haben Sie die Ertragsteuern berechnet (KSt, GewSt) ?
    6) Wer erstellt für die Crowd die Steuerbescheinigungen?
    7) Haben Sie eine gültige öffentlich rechtliche Betriebserlaubnis?

    Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

    Viel Erfolg!

    • Andreas Kleinselbeck sagt

      Zu Nachtrag 1.
      Die Plattform erhält 6% der Fundingsumme, diesen Betrag finden Sie in der G+V unter „sonstige Aufwendungen“. Ebenfalls darin enthalten sind die rechtliche und wirtschaftliche Due Dilligence, sowie die Kosten für Gutachten und technische Berichte.

      Zu Nachtrag 2.
      Die Rechtsabteilung der Plattform.

      Zu Nachtrag 3.
      Es gibt in Niedersachsen keine Fördermittel für solche Projekte.

      Zu Nachtrag 4.
      Vermieter ist Herr Alberding, es gibt einen Mietvertrag über 10 Jahre mit bereits beschriebenen Konditionen (siehe „Fragen und Antworten“).

      Zu Nachtrag 5.
      Die Steuerbesch. werden vom Steuerberater der TIEFSCHWARZ GmbH erstellt. Für Anlagen dieser Bauart unter 1 MW Feuerungswärmeleistung bedarf es keiner Betriebserlaubnis.

      Viele Grüße

      Andreas Kleinselbeck

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