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Energieeffizienz benötigt Investitionen: Econeers bei der Jahreskonferenz der CIO

Wie lassen sich Städte in Zukunft effizient, ressourcenschonend und umweltfreundlich gestalten? Um diese zentrale Frage drehte sich die zweite Jahrestagung der Cleantech Initiative Ostdeutschland, die am 28. Oktober im Wirtschaftsministerium in Berlin stattfand. Auf Einladung des Cleantech-Netzwerks hatten wir die Chance, Econeers und Crowdfunding als zukunftsträchtige Finanzierungsform für Energieprojekte auf der Veranstaltung vorzustellen.

Die 2011 vom Bundesinnenministerium ins Leben gerufene Cleantech Initiative zielt darauf, die Potenziale der erneuerbaren Energien sowie der Energieeffizienz speziell im Osten Deutschlands branchen- und länderübergreifend in einem Netzwerk zu bündeln. Projektträger der CIO ist die Beratungsgesellschaft RKW Sachsen GmbH.

Die Jahrestagung bietet ein regelmäßiges Forum, bei dem sich Akteure aus Politik, Wirtschaft und Forschung zu aktuellen Entwicklungen der Cleantech-Branche austauschen können. In diesem Jahr stand Sie unter dem Motto „Städte der Zukunft – energieeffizient und erneuerbar“. Ein Schwerpunkt lag dabei auch auf dem Thema Investitions-, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Unternehmen und Projekte im Bereich der grünen Technologien. Klar, dass Crowdfunding da als innovativer Weg der Projektfinanzierung nicht auf der Agenda fehlen durfte.

Energieeffizienz benötigt Investitionen

Wie festgehalten wurde, wird die EU die Effizienzziele, die sie sich für 2020 auferlegt hat, wohl knapp verfehlen. Statt einer Verringerung des Energieverbrauchs um 20 Prozent, werden die EU-Staaten voraussichtlich nur ca. 18 Prozent Einsparung erreichen. Grund dafür sind unter anderem mangelnde Investitionen und geeignete, marktgerechte Finanzierungsinstrumente für Energieeffizienz-Maßnahmen – Ein deutliches Argument für Crowdfunding, da oftmals nur große Milliardenprojekte gefördert werden und kleinere Projekte auf der Strecke bleiben. Die Präsentationen die am Vormittag u. a. durch die Netzwerkmanagerin der CIO Irena Bernstein, Iris Gleicke, parlamentarische Staatssekretärin im BMWi und Johannes Kempmannn, Präsident des BDEW gehalten wurden, machten deutlich, dass sowohl Kommunen als auch Unternehmen zukünftig starke Partner im Bereich der Finanzierung benötigen, um die Versorgungssicherheit und auch eine steigende Energieeffizienz als essentielle Bestandteile der Energiewende umsetzen zu können.

Die anschließende Podiumsdiskussion mit Teilnehmern der KfW-Bankengruppe, juwi invest, der Deutschen Energieagentur dena, Faktor-i3 und leitec Gebäudetechnik löste eine Diskussion über eine optimale Finanzierung und vor allem Zugang zu Finanzierung für neue Technologien aus. Dabei war der größte Kritikpunkt aus dem Publikum, dass Projekte in allen Fällen einen Proof of Concept sowie Rentabilität vorweisen müssen, um eine Finanzierung zu erhalten – sei es über Fördergelder, Bankendarlehen oder Crowdfunding. Es bedarf natürlich immer ein Stück weit Idealismus, um die Energiewende mit neuen Ideen voranzubringen, wobei aber auch eine Roadmap und Handlungsempfehlungen sowie ein Businessplan vorhanden sein müssen, um mit neuen Technologien potentielle Investoren zu überzeugen. Da zeigt sich, dass im Grunde alle Investoren die gleichen Kriterien anlegen, egal ob Bank, Venture Capital oder Privatinvestoren. Sie möchten sich ihres Risikos bewusst sein, um die Potentiale für die Zukunft abschätzen zu können.

Der Nachmittag lief mit einigen spannenden Praxisbeispielen und -erfolgen durch Referenten von ThEGA, WEMAG, GETEC und Heliatek aus, die zeigen, wie sich auch neue Technologien in das Gesamtkonstrukt der Energiewende eingliedern und erfolgreich realisieren lassen. Auch wenn diese Unternehmen teils noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, so zeigen sie allesamt, dass die Energiewende mit der Hilfe vieler Unterstützer zur Erfolgsgeschichte werden kann. In einem Umfeld mit ständig neuen Verordnungen und dynamischen Rahmenbedingungen wird die Energiewende vor allem im Bereich der Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und Gebäudesanierung in den nächsten Jahren noch mit einigen spannenden und wegweisenden Entwicklungen aufwarten.

Wir von Econeers sind gespannt, was die nächsten Entwicklungsschritte bringen werden und wie wir unsere Welt jeden Tag ein Stück energieeffizienter und nachhaltiger gestalten können. Begleiten Sie uns auf diesem Weg und werden Sie auch ein Econeer!

2 KommentareEigenen Kommentar schreiben

  1. Andreas sagt

    Interessanter Bericht. Wurde auch über das Kleinanlegerschutzgesetz diskutiert? Was ändert sich dadurch bei Econeers?

    Schwierig ist auch der undurchsichtige Förder- und Finanzierungsdschungel, wie ich oft lese. Energieeffizienz ist sehr vielfältig und entsprechend komplex ist die Situation der Finanzierung. Es fehlt auch an einem Überblick, was noch finanziert oder gefördert wird.

    Was glaubt ihr, welche Rolle kann Crowdfunding künftig spielen bei der Finanzierung von Energieeffizienz?

    • Admin

      Michael Brey sagt

      Hallo Andreas,

      das Kleinanlegerschutzgesetz war bei dieser Veranstaltung kein Thema. Wir haben unsere Plattform bereits an die neuen gesetzlichen Vorgaben angepasst. So werden beim Registrierungs- und beim Investmentprozess in Zukunft einige zusätzliche Schritte nötig sein. Bei Investments über 1.000 € ist eine Selbstauskunft über die Einkommensverhältnisse erforderlich. Die Änderungen durch das KASG haben wir hier bereits nach Inkrafttreten im Juli im Detail erläutert.

      Sie haben sicher Recht damit, dass insbesondere die Fördermöglichkeiten für Energieeffizienzprojekte derzeit leider sehr undurchsichtig sind und es Projekten dadurch unnötig schwer gemacht wird. Mit Crowdfunding möchten wir hier für Projektbetreiber eine einfachere und gleichzeitig seriöse Alternative anbieten.

      Wir sind sehr optimistisch, dass die Bedeutung von Crowdfunding insbesondere für Energieeffizienzprojekte in Zukunft weiter zunehmen wird. Du weist am besten, dass in den kommenden Jahren in vielen Bereichen (z.B. bei Straßenbeleuchtung, KWK etc.) Effizienzmaßnahmen umgesetzt werden müssen, für die Investitionen erforderlich sind – und das eben nicht immer im Milliardenbereich. Gleichzeitig möchten Privatinvestoren ihr Geld nachhaltig anlegen und eine adäquate Rendite erzielen. Das Modell, die Bürger an Energieprojekten zu beteiligen, ist da die logische Konsequenz.

      Viele Grüße nach Berlin
      Michael Brey

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