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Im Gespräch mit Ex-RWE-Vertriebs-Chef Hanns-Ferdinand Müller

Dr. Hanns Ferdinand Müller

Prof. Dr. Hanns-Ferdinand Müller war von 2011 bis Juni 2014 CEO der RWE Vertrieb AG. Seit Ende 2013 ist er Kunde von DZ-4. Wie das zusammen passt und warum sich durch DZ-4 sein Bewusstsein im Umgang mit Energie verändert hat, hat er uns im exklusiven Interview verraten.

Econeers: Herr Prof. Dr. Müller, Sie sind seit 2011 Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der RWE Vertrieb AG. Bereits seit 2001 sind Sie in unterschiedlichen Führungspositionen für den Energiekonzern tätig. Zudem sind Sie studierter Musiker, Offizier der Luftwaffe und nicht zuletzt DZ-4-Kunde. Wie sind Sie als Vertreter eines konventionellen Energieerzeugers auf DZ-4 aufmerksam geworden ?

Hanns-Ferdinand Müller: DZ-4 ist uns durch unsere regelmäßigen Marktanalysen aufgefallen. Mit unserer Marktforschungsabteilung beobachten wir permanent, welche neuen Spieler den Energiemarkt betreten. Dabei sind wir relativ früh auf DZ-4 aufmerksam geworden.

Econeers: Was hat Sie schlussendlich am Geschäftsmodell von DZ-4 so überzeugt, dass Sie selbst Kunde geworden sind und auch bereits als Investor das Crowdfunding unterstützen?

Hanns-Ferdinand Müller: Ich finde das Geschäftsmodell insbesondere deshalb interessant, weil es der breiten Masse den Einstieg in die Photovoltaik-Technologie ermöglicht. Dazu zählt natürlich auch gerade das Finanzierungsmodell und der Aspekt, nicht sofort selbst eine Anlage kaufen zu müssen. Dadurch ist es auch kleinen Häuslebauern möglich, den Schritt in die Eigenversorgung zu machen. Zum anderen finde ich, dass DZ-4 einen sympathischen Marktauftritt hat und sehr professionell agiert.

Beim Crowdfunding mache ich mit, weil ich es für ein innovatives und spannendes Finanzierungsmodell halte, das ich im Übrigen schon vor Jahren während meines Studiums in Stanford kennengelernt habe. Ich sehe Crowdfunding als eine der Finanzierungsformen der Zukunft an. Besonders für innovative Geschäftsmodelle, die zum Teil in Deutschland noch nicht bekannt sind und für Startups und Gründer. Vor allem auch, da es einen positiven emotionalen Nebeneffekt hat. Und: Crowdfunding spricht durch die starke Online-Komponente auch andere, neue Zielgruppen von Investoren an.

Econeers: Hat sich durch Ihren Wechsel zu DZ-4 etwas an Ihrem Bewusstsein für erneuerbare Energien verändert?

Hanns-Ferdinand-Müller: Absolut! Und das, obwohl ich schon so viele Jahre in der Energiebranche arbeite. Durch die Analyse meiner täglichen Erzeugung und auch des Verbrauchs, ist mir einiges klar geworden. Einerseits, welch großes Potenzial dahinter steckt, wie viel Energie eine Photovoltaikanlage auch in Deutschland erzeugen kann. Wie sehr wir uns damit unabhängig machen können. Aber auch hinsichtlich der Energieffizienz: Welche Auswirkung haben Beleuchtung und andere Verbraucher auf meinen Stromverbrauch und was kann ich ändern? Dahinter steckt auch ein spielerisches Element, das angesprochen wird, wenn ich mir Produktion und Verbrauch quasi auf der Wohnzimmercouch auf einer App visualisieren lassen kann. Mein Energiebewusstsein hat sich durch diese Analysemöglichkeiten wirklich stark verändert.

Econeers: Der RWE Konzern ist 2013 durch die wachsende Konkurrenz der erneuerbaren Energien erstmals in die roten Zahlen gerutscht. Im März diesen Jahres musste RWE-Chef Peter Terium zugeben: “Wir sind spät in die erneuerbaren Energien eingestiegen – vielleicht zu spät.” Welche Rolle werden die vier Energieriesen in Zukunft spielen?

Hanns-Ferdinand Müller: Wenn es den großen Energieversorgern gelingt, innovative Geschäftsmodelle und Produkte auch für das kleinteiligere Retailgeschäft zu entwickeln, haben sie eine gute Chance, an der Energiewende mitzuwirken. Dazu müssen sich zwei Dinge ändern: Zum einen das bisherige Denken und zum anderen auch die Kultur in den Unternehmen selbst. Das ist sicher keine leichte Aufgabe.

Econeers: Wie beurteilen Sie den Status quo der Energiewende in Deutschland?

Hanns-Ferdinand Müller: Ich glaube, dass die Energiewende noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist – Vor allem emotional. In den Köpfen stecken nur die Kosten, nicht die Bedeutung und auch nicht die immensen Vorteile der Energiewende. Dabei ist sie eine Riesenchance. Nicht nur für neue Geschäftsmodelle, sondern letztlich für uns alle in Europa und der ganzen Welt.

Econeers: Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Ende dieses Monats geben Sie Ihren Posten als Vorstand bei der RWE Vertrieb AG auf. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Wollen Sie sich jetzt nur noch für erneuerbare Energien stark machen?

Hanns-Ferdinand Müller: Nicht nur für die Erneuerbaren. Ich werde den Themenkomplex Energie weiter intensiv beobachten. Wir stehen da vor einer sehr spannenden Entwicklung und großen Umbrüchen.

Um ehrlich zu sein, am meisten genieße ich aber im Augenblick die Zeit, die ich mit meiner Frau und meiner Tochter verbringe, die mich in den letzten Jahren viel zu selten gesehen haben. Meine Tochter ist vor kurzem 4 Jahre alt geworden und ich war letzte Woche mit ihr in einem Zeltlager. Davon hätte ich vermutlich früher nichts mitbekommen.

Econeers: Herzlichen Dank für Ihre offenen Antworten und das spannende Interview!

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