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„LEDORA hat die effizientesten Leuchten am Markt“ – Harald Twardawski im Gespräch

LEDORA-Geschäftsführer Harald Twardawski

Am Dienstag ist das Crowdfunding für den LED-Hersteller LEDORA aus Rottenburg bei Econeers erfolgreich gestartet. Bereits nach weniger als drei Stunden war die Fundingschwelle von 50.000 Euro erreicht – nach zwei Tagen sind bereits über 200.000 Euro für die LEDORA Projekt GmbH & Co. KG zusammengekommen. Das Fundinglimit liegt bei einer Million Euro.

Im April 2014 hat LEDORA bereits eine Crowdfunding bei Seedmatch abgeschlossen und innerhalb weniger Tage 700.000 Euro eingesammelt. Wir hatten Gelegenheit mit LEDORA-Geschäftsführer und LED-Pionier Harald Twardawski über die rasante Firmenentwicklung und die neu gegründete Vorfinanzierungsgesellschaft von LEDORA zu sprechen.

Econeers: Hallo Harald, das Thema Energieeffizienz steht bei der Energiewende immer noch im Hintergrund. Dabei sind stromsparende Technologien zentral für ihren Erfolg. Wie schätzt du die Einsparmöglichkeiten im Beleuchtungsbereich ein?

Twardawski: Das Einsparpotential ist immens groß. Bis zu 90 Prozent der Energiekosten, die für Licht anfallen, können einfach durch LEDs eingespart werden. Bei Leuchtstoffröhren und Hallenstrahlern sind es derzeitig etwa 70 Prozent. Wenn wir auf erneuerbare Energien wechseln, sollte parallel dazu auch der Energieverbrauch soweit wie möglich minimiert werden. Dadurch brauchen wir weniger Kraftwerke und Stromtrassen und produzieren weniger CO2. Licht ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Überall werden Leuchtmittel verwendet, sei es in Privathaushalten, bei der Straßenbeleuchtung, in Stadien, in Unternehmen, in Schulen oder öffentlichen Gebäuden. Überall wird begonnen auf LED-Technologie umzurüsten. Unternehmen und Kommunen können dadurch ihre Stromkosten und somit ihre Fixkosten stark reduzieren und ihre Klimabilanz verbessern.Hier schlummert ein gewaltiges Energiesparpotential und ein riesiger Markt, den wir gerade für uns erschließen.

Mit seinen LED-Leuchten konnte LEDORA Kunden wie AUDI, BMW und Lufthansa-Cargo überzeugen.

Mit seinen LED-Leuchten konnte LEDORA Kunden wie AUDI, BMW und Lufthansa-Cargo überzeugen.

Econeers: Wie habt ihr es geschafft, euch als neuer Player am Markt gegen Traditionsunternehmen wie Osram oder Philips durchzusetzen?

Twardawski: LEDORA ist es aufgrund der perfekten Abstimmung aller Komponenten gelungen, die effizientesten LED-Leuchten auf den Markt zu bringen. Wenn Kunden eine Leuchte zu Testzwecken bestellen und diese gegen den Wettbewerb vergleichen, hat LEDORA meist schon gewonnen. Außerdem setzen wir im Gegensatz zu den großen Konzernen auf individuelle Beratung und haben damit zunehmend Erfolg. Unsere Kunden erhalten alle Leistungen aus einer Hand. Von der individuellen Lichtplanung über die Wirtschaftlichkeitsberechnung bis zur Montage und Entsorgung der Altanlage.

Econeers: Anfang des Jahres konnte Ledora bereits 700.000 Euro über unsere Schwesterplattform Seedmatch einsammeln. Was hat sich seitdem bei euch im Unternehmen getan?

Twardawski: Dieses Kapital hat uns geholfen, die Beschaffungskosten zu reduzieren. Wir sind seitdem weiter gewachsen und konnten den Vertrieb deutlich ausbauen. Des weiteren haben wir stark in unser Marketing investiert, was sich durch viele Kundenanfragen merklich auszahlt. Große Unternehmen sind an unseren Produkten sehr interessiert. Wir verfolgen eine klare Marketingstrategie und können diese durch das Kapital der Crowd weiter vorantreiben. Auch in Asien wurden einige Unternehmen auf uns aufmerksam und haben uns Angebote unterbreitet, Produkte in ihrem Namen in Deutschland für Europa zu produzieren. Diese Produkte werden jedoch nicht unter dem Namen LEDORA verkauft sondern sind sogenannte OEM-Produkte.

Econeers: Warum habt Ihr euch jetzt für ein Funding bei Econeers entschieden?

Twardawski: Für uns gab es viele Möglichkeiten, unsere Projekte zu finanzieren. Eine besonders Spannende war, die Kundenforderungen in eine Tochtergesellschaft auszulagern. Alle anderen Finanzierungsarten schieden aufgrund einer Vorauswahl bereits aus. Durch intensive Gespräche mit unseren Seedmatch-Investoren kamen wir dann auf die Idee, ein internes Factoring selbst zu gestalten und die Einsparungen mit attraktiven Zinsen lieber an die Crowd auszuschütten als an eine externe Factoring Gesellschaft. Für dieses Modell kam eigentlich nur Econeers in Frage. Es passt sehr gut, weil es sich um die Finanzierung energiesparender Projekte handelt – mit einem kontinuierlichen Zinssatz und sogar mit einer Gewinnbeteiligung. Die Zinsen sind durch laufende und steigende Umsätze bei LEDORA gegeben.

Econeers: Wie genau erwirtschaftet ihr die 6 Prozent Rendite, die ihr euren Crowd-Investoren anbietet und wie stellt ihr sicher, dass am Ende der Investmentlaufzeit, also erstmalig nach vier Jahren, ausreichend Liquidität für die Rückzahlung der Econeers-Darlehen vorhanden ist?

Twardawski: Wenn wir das eingesammelte Kapital nur zweimal pro Jahr zum Einsatz bringen, dann haben wir bereits 10 Prozent erwirtschaftet. Geplant ist aber, das Kapital mindestens sechs Mal einzusetzen. Damit würden wir pro Jahr 30 Prozent erwirtschaften. Bei 100.000 Euro sind das 30.000 Euro bei Zinsausgaben von 6.000 Euro. Den Rest können wir schon als Einsparung verbuchen. Nach vier Jahren wird es darauf ankommen, wie viele Investoren ihr Kapital auszahlen lassen wollen. Da das Kapital immer nur kurzfristig gebunden ist, können wir die Übernahme der Factoring-Beträge gut steuern und so die Auszahlung jederzeit bedienen. Zur Not können wir in vier Jahren immer noch auf ein externes Factoring zurückgreifen, somit wäre die komplette Summe der Investoren wieder frei.

LEDORA fertigt seine hochwertigen LEDs am deutschen Standort Rottenburg

LEDORA fertigt seine hochwertigen LEDs am deutschen Standort Rottenburg

Econeers: Wofür sollen die Gelder der Econeers-Crowd genau zum Einsatz kommen?

Twardawski: Wir möchten klar die Zahlungsziele unserer Kunden ein Stück weit mit gehen dürfen, unser Wachstum aber nicht mit Liquiditätsengpässen hemmen. Somit müssen wir entweder Aufträge ablehnen oder Finanzierungsformen finden, die uns unterstützen. Und wie schon erwähnt: warum den Dienstleistern erhöhte Zinsen zahlen, wenn wir dies ebenso der Crowd zahlen können?

Beim Factoring werden Forderungen von einem Dienstleister aufgekauft, die dann die Forderungen beim Kunden einlösen. Das ist ein beliebtes Instrument bei fast allen Unternehmen. Jedoch liegt die Bearbeitungsgebühr derzeitig bei etwa drei Prozent des Bruttoauftragswertes und es werden nur 80 Prozent ausgezahlt. Der Rest wird dann fällig, wenn der Kunde letztendlich bezahlt hat. Zusätzlich kommen noch Einstellungsgebühren, Jahreszins, Inkassokosten und Informationsdienstleistungen dazu, somit kommen wir auf eine effektive Gebühr von ca. fünf Prozent. Jedoch können wir selber nichts einsparen, wenn wir einen externen Dienstleister wählen. Wir benötigen weiter das Auftrags- und Rechnungswesen.

Wenn wir aber ein internes Factoring nutzen, können wir das Personal auch für das Mahnwesen einsetzen. Was uns dazu fehlt ist eigentlich nur das nötige Kapital und schon haben wir eine sehr günstige Projektfinanzierung.

Econeers: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Wie trägst du in deinem Alltag zur Energiewende oder zum Umweltschutz bei?

Twardawski: Ich persönlich habe natürlich meine komplette private Hausbeleuchtung auf LED umgestellt und habe eine Solaranlage auf unserem Dach anbringen lassen. So kann ich meinen Energieverbrauch möglichst effizient gestalten und zum Teil sogar mit eigens produziertem Strom decken.

Econeers: Harald, vielen Dank für das spannende Interview und weiterhin viel Erfolg für LEDORA!


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