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Presseschau KW 30

Presseschau KW 30: Kohleboom

Kohlekraftwerke gefährden Klimaschutzziele, Onshore vs. Offshore, Kohlebranche profitiert von EEG-Reform: Hier finden Sie eine Auswahl der spannendsten Energiethemen dieser Woche im Überblick:

Kohleboom: Eine diese Woche vorgestellte Studie des WWF und anderer Umweltorganisationen bestätigt, dass Deutschland beim Klimaschutz keineswegs Vorreiter ist. Insgesamt vier der fünf schmutzigsten Kohlekraftwerke Europas befinden sich in Deutschland. Unter Europas „Dirty 30“ sind sogar neun deutsche Kraftwerke. Damit ist Deutschland gemeinsam mit Großbritannien traurige Spitze beim CO2-Ausstoß, wie das IWR-Institut berichtet. Ein Erreichen der europäischen Klimaziele wird damit immer unwahrscheinlicher.

Deutsche Klimaziele in Gefahr: Auf Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn, räumte die Bundesregierung am Dienstag ein, dass das die Erreichung der deutschen Klimaziele gefährdet sein könnte, schreibt Spiegel Online. Grund seien sowohl das Wirtschaftswachstum als auch der wenig erfolgreiche Emissionshandel. Bis 2020 soll der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland nach Plänen der Regierung um 40 Prozent gegenüber 1990 sinken. Erreicht sind bislang lediglich 24 Prozent. Seit 2011 hat der CO2-Ausstoß hierzulande sogar wieder deutlich zugenommen.

Streitgespräch: Windkraft an Land oder vor der Küste – an dieser Frage scheiden sich die Geister. Gleichzeitig ist es eine der zentralen Fragen der Energiewende. Für das Magazin Technology Review diskutieren Matthias Willenbacher, Gründer des Windkraftprojektierers Juwi, und Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore-Windenergie das Für und Wider von On- und Offshore.

Reich durchs EEG: Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat den Betreibern von Photovoltaik- und Windkraftanlagen in den letzten Jahren sichere Gewinne beschert. Im Jahr 2012 konnten sie durch EEG-Vergütungen fast 3,5 Milliarden Euro für Ökostrom einnehmen. Rund 2,7 Milliarden Euro gingen an die Betreiber von Solaranlagen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) hervor, über die Zeit-Online berichtet.

EEG-Reform: Der Klimakiller Braunkohle gehört zu den größten Nutznießern der jüngsten EEG-Reform. Einer Kurzstudie des BUND zufolge spart ausgerechnet die Braunkohlewirtschaft durch die Novelle etwa 870 Millionen Euro pro Jahr. Braunkohlekraftwerke und -Tagebaue sind weiterhin vollständig von der EEG-Umlage befreit, während Eigenverbraucher für Strom aus Solaranlagen zur Kasse gebeten werden.

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